Bislang war ich mit der TOMTOM Bandit unterwegs. Die Kamera ist nicht schlecht, entsprach aber nicht mehr ganz dem was ich von einer Kamera erwartete. Gerade wenn man auch ein Snapshot aus einem Film macht, ist Full HD nicht mehr ganz optimal. Kurz gesagt, ein Luxusproblem!
Eine weitere Veränderung, die ich vorgenommen habe, auf dem neuen Helm wird die Kamera oben mittig angebracht. Das sieht jedoch sehr stark nach „Teletubbie“ aus. Ein Artikel aus der Zeitung Stiftung Warentest sowie ein Bericht über Motorradschutzhelme haben mich aber zu der „Teletubbie-Variante“ veranlasst. Meine Frau brachte es kurz auf dem Punkt: ist eh egal, Kameras am Helm sehen Schei… aus. Nun ja, recht hat Sie.
Beim Auspacken der Kamera macht diese bereits einen wertigen Eindruck. Klein und zierlich kommt sie her. Das ändert sich aber schnell, wenn die Kamera in das Schutzgehäuse kommt. Zu diesem Gehäuse werde zwei unterschiedliche Deckel mitgeliefert. Ein wasserdichtes und ein spritzwassergeschütztes. Für letzteres wird die Schutzklasse mit IPX7 angegeben. Das ist somit für die Verwendung mit dem Motorrad im Normalfall ausreichend. Bei dem wasserdichten Deckel sollen auch nicht mehr alle G-Metrix Daten aufgezeichnet werden (barometrische Höhe etc.). Das habe ich aber bislang nicht getestet. Sollte mal eine Flußdurchfahrt anstehen (was nicht in der derzeitigen Planung ist) werde ich den Deckel wechseln.
Es wird auch ein Trocknungsmittel mitgeliefert. Dies soll Kondenswasserbildung im Gehäuse unterbinden. Ob das notwendig ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der nächste Regen kommt bestimmt.
Sehr schön ist, dass ich nun keine separate Fernbedienung benötige. Mein Navi unterstütz die Virb mit dem ANT+ Standard und so kann ich dort die Aufnahme starten und stoppen. Ich bekomme dort auch gleich Rückmeldung ob aufgenommen wird oder nicht in Form von einem blinkenden Kamerasymbol.
Etwas überrascht und enttäuscht war ich bezüglich des Gewichts. Wiegt die kleine Virb Kamera allein 89 g, so summiert es sich mit Gehäuse auf satte 184 g. Die TomTom Bandit ist mit 194 g nur etwas schwerer.
Unterm Strich spielen beide in der gleichen „Gewichtsklasse“ da die Ausbaustufen bei der Virb je nach Verschraubungen auch noch Luft nach oben bietet.
Ein weiterer negativ Punkt bei der Virb ist die Akkuleistung. Man kann den Akku beim Entladen quasi zusehen und man spürt eine deutliche Erwärmung der Kamera. Die Virb scheint nicht automatisch zwischen Standby und Betriebsmodus zu wechseln. Nach einer Stunde eingeschaltet bei 5°C und aktiven GPS ging der Kamera der Strom aus. Aufgenommen hatte ich effektiv nur ca. 5 Minuten 2.7K bei 60 fps.
Eine Funktion welche zum Strom sparen dient ist unter „Drahtlos>Fernbedienung>Über Fernb. akt.“ zu finden. Damit lässt sich die Kamera mit der Fernbedienung aus dem Standby holen und starten. In den Standby geht die Kamera aber nur wenn sie ausgeschaltet wird. Hier ist die Einstellung unter „System>Aut. Ausschalten“ ganz nützlich. Mit der Einstellung geht die Kamera nach 5 Minuten ohne Benutzung aus, respektive Standby. Mit dem Navi lässt sich die Kamera nun wieder einschalten. Verliert aber damit auch die Verbindung zur Kamera. Erneutes suchen der Virb Kamera am Navi verbindet beide wieder.
Komfortabel ist in der Tat etwas anderes und ich weiß nicht ob mir das so wirklich auf Dauer gefällt.
Mit zwei Ersatz Akkus, Ladegerät und Powerbank werde ich im Tankrucksack hoffentlich schneller laden können als sich der Akku in Benutzung entlädt.
Absolut positiv ist das Menü der Garmin. Sehr intuitiv zu bedienen und das kleine, aber ausreichende, Display ist selbst bei hellem Licht noch gut ablesbar. Selbst im Schutzgehäuse funktioniert das Touchscreen noch zufriedenstellend.

Wesentlich besser als bei der TomTom Bandit sind die verfügbaren Softwarepakete. Sowohl die Android App als auch die PC Software sind gut zu bedienen und erfüllen ihren zweck. Mit der App/SW lassen sich die G-Metrix Daten in den Film einfügen. Wer für solche Spielereien zu haben ist, wird seine wahre Freude haben.
Interessant ist auch, dass bei eingeschalteten GPS permanent die Daten aufgezeichnet werden. Bei TomTom Bandit waren diese nur aus den Filmen zu extrahieren. Dafür hielt dort der Akku aber auch mehr als doppelt so lange.
Funktionen wie die Sprachsteuerung habe ich nicht getestet, da das beim Motorrad fahren eher unpraktikabel ist.
Überzeugt haben mich auch die Bildqualität. Trotz tief stehender Sonne sind die aufnahmen recht gut geworden. Die Windgeräusche sind recht kräftig, wir hatten aber auch Sturmwarnung an jenem Tag. Seht hier selbst die Testaufnahme in HD der Virb im Januar 2020.