Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende und es wird Zeit das Jahr Revue passieren
zu lassen.
Kurzform: es war ziemlich durchwachsen.
Durch eine Gehirnblutung bei meinem Schwiegervater und einem glimpflich
verlaufen Motorradunfall eines Freundes, wurde einem mal wieder die
Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Mein Schwiegerdad wird sich mit einer rechtsseitigen Lähmung arrangieren
müssen, was für alle Beteiligten eine starke Umstellung ist.
Mein Kumpel kam mit einem Schlüsselbeinbruch davon und ich konnte im Sommer
bei gemeinsamen Motorradtouren in der Eifel an der Rekonvaleszenz
mitwirken.
Geplant hatten wir eigentlich die Alpen mit der Assietta-Kammstraße. Nun
freute man sich, überhaupt gemeinsam Motorrad zu fahren.
Meine Holde hat es gesundheitlich auch niedergeworfen. Nun weiß ich, man kann
Gürtelrose auch im Auge bekommen.
Getreu dem Motto, hinfallen kann jeder, liegen bleiben ist sträflich, haben
wir trotzdem Einiges geplant und unternommen.
Mit dem Motorrad nach Dänemark, Tour durch den Harz, Trial fahren bei einem
Berliner Freund und nebenbei noch der größeren Tochter beim Beziehen der ersten
eigenen vier Wände geholfen.
Auf den letzten Metern des Jahres noch mit Freunden im Harz umhergestiefelt
und meine Holde hat sich ein neues gebrauchtes Motorrad gekauft. Eine XJ6
Diversion.
Insofern planen wir für das Jahr 2020 ein gemeinsames Tour Wochenende mit
Freunden im Mai, Motorradtour nach Schottland, Auszug der jüngeren Tochter und
Begleiten der größeren auf dem Weg zum Erwachsen werden.
Es bleibt somit spannend. Was wird, werden wir sehen. Denn "willst du Gott
zum lachen bringen, plane deine Zukunft".
Donnerstag, 26. Dezember 2019
Donnerstag, 19. September 2019
Tourenplanung
Apps wie Calimoto oder Kurviger locken ebenso wie die klassischen Navi-Hersteller mit der Funktion "Kurvenreich" respektive "Adventure".
Sicheres Zeichen dafür, dass ich alt bin: Mich überzeugt das Meiste nicht. Weiteres Zeichen, meine persönliche Vorliebe ein Navi ans Moped zu hängen anstatt des Smartphones.
Um mein Problem mit der Funktion zu beschreiben, hier ein Beispiel:
Am Besten testet man etwas in bekannter Umgebung. Also wollte ich für meine Holde und mich eine kleine Nachmittagsrunde rund um Oldenburg fahren. Das Navi angeschmissen, kurvenreiche Rund-Tour ca. 200 km eingetippt und los geht es.
Die Straßen, auf welches das Gerät uns gelotst hat, waren teilweise in einem sehr erbärmlichen Zustand und kaum als Straße zu bezeichnen. Kurvig waren die nicht und die einzigen Lenkausschläge kamen durch das Ausweichen der Schlaglöcher zustande.
Während ich auf meiner Sänfte vorweg schaukelte, hat meine bessere Hälfte auf ihrem Sporttourer schwer zu kämpfen gehabt. Mich beschlich außerdem das Gefühl, dass der Rechenalgorithmus leicht fehlerhaft ist, da die mir bekannte Kurvenstrecken in der Gegend scheinbar ausgespart worden sind.
Nun kann man argumentieren, was wohnen wir auch in Oldenburg. Ein Rechenalgorithmus kann aus einer langweiligen Straßensituation kein Kurvenparadies machen und wenn meine Frau unbedingt mit ihrer Honda CB-1 (NC27) fahren möchte, ist sie selber schuld.
Wir für unser Teil haben andere Rückschlüsse gezogen und Planen weiterhin "Oldschool":
Schritt 1. Landkarte
Ich mag Landkarten, dieses aus der Zeit gefallene Stück Papier. Ohne Karte im Tankrucksack fahre ich nicht los. Weniger, weil ich Angst habe, dass mir die Satelliten nicht hold sind. Sondern zum einen empfinde ich es haptisch und optisch einfach angenehmer. Zum anderen bekommt man einen besseren Überblick für Ausweichrouten, wenn man plötzlich von Baustellen und Straßenfesten in einer fremden Gegend umzingelt ist. Immer gut, wenn "nach Straßenschilder navigieren" als Plan B vorhanden ist.
Zur Planung nehme ich Karten am liebsten im Maßstab 1:200000. Das heißt 1 cm Karte sind 2 km im realen.
Schritt 2 Überprüfen der geplanten Strecken in Google Earth
Um keine bösen Überraschungen zu erleben, schaue ich mir die Gegend in Google Earth einmal kurz an, um grobe Schnitzer zu vermeiden. Etwas ungünstig, wenn eine Strecke total toll auf der Landkarte aussieht, aber mitten durch Industriegebiete führt.
Schritt 3 Planung der Route für das Navi am PC/Smartphone
Hier habe ich verschiedene getestet.Gerade weil ich bei TomTom 400/410 die Funktion Route umkehren nicht gefunden habe, war ich auf die Apps/Programme angewiesen.
MyDrive App bzw. Browser à Gruselig. Gerade das übertragen auf das TomTom 400. Wegpunkte verschwinden, Track/Route wird ohne Wegpunkte übertragen, was beim Abweichen der Route zum Teil haarsträubende Neuberechnungen zur Folge hat. Die kleine SD-Karte ist zur Übertragung sehr fummelig und auch die MyDrive-Synchronisation über den TomTom Server überzeugte mich nicht.
TyreToTravel à Kurzform: Das Programm ist tot.
Kurviger à keine Erfahrung
BaseCamp à IMHO nur richtig sinnvoll mit Garmin Gerät. Da überzeugt mich die Routenplanung in Verbindung mit Zümo 396 und derselben Karte sehr gut. Sehr leichte USB-Übertragung. Durch Offlinekarten auch Routenplanung ohne Internet möglich.
Große Stärke ist die Einbindung von OpenStreetMap-Karten in die Software (und auch Gerät!).
Schritt 4 Tour Fahren
In der Tat der schönste Teil davon.
Mittwoch, 7. August 2019
The best of "Warnweste"
ACHTUNG - Enthält viel Ironie mit Spott! - Zarte Gemüter bitte weiterblättern!
Ich trage eine Warnweste. Einen missionarischen Eifer diesbezüglich habe ich nicht, ob andere eine tragen, ist mir komplett egal.
Das Ding ist hässlich wie die Nacht und ich habe einen Grund, warum ich sie anziehe. Damit ist das Thema für mich schon durch.
Leider gibt es Mitmenschen, die inquisitorisch mir beweisen möchten, wie blöd das ist, was ich da mache. Ungefragt wird mir ein Gespräch aufgezwungen. Sei es beim Mopedklamottendealer, Parkplatz etc. Ernsthaft, habt ihr keine Freunde?
Teilweise ist es jedoch so lustig, dass ich diese Erlebnisse nicht für mich allein behalten möchte.
Hier nun die besten "Argumente" und meine Gedanken dazu.
"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass
es Pflicht wird eine zu benutzen"
Irgendwann trägt jeder eine. Muuaaaahhhaha WELTHERRSCHAFT! - ist natürlich Blödsinn.
Was mich wirklich wundert, dass die Leute, die Warnwestenpflicht befürchten, nicht mit Lendenschurz oder Bikini und Helm fahren. Für den Winter kann man natürlich den dicken Wollüberstülper oder den Pelzimitation-Schlüppi/BH nehmen. Sonst könnte Schutzkleidung ja auch vorgeschrieben werden. Man stelle sich vor, Gore-Tex / gelochtes Rennleder und Protektoren auf einer Harley.
"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass andere Warnwestenträger wie Bauarbeiter, Polizei etc. nicht mehr ernst genommen werden"
Die Leute, die das "Argument" vorbringen, haben scheinbar ein Problem mit ihrer Umwelt. Es sagt mehr über die Menschen aus, die das sagen als über die Träger der Warnweste. Für mich stellt es sich so da, die Menschen sehen ein PAL-Feld welches Douglas Adams ganz famose beschrieben hat.
In der Natur ist die Biene ebenso gefärbt wie eine Wespe oder Hornisse ohne dass wir denken, och das Tier sticht schon nicht, da es auch so aussieht. Wir nehmen definitiv alles gelb/schwarzes Insektenvolk gleich wahr.Warum also sollte es bei der Warnweste anders sein?
"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass
das Auge sich daran gewöhnt und somit nicht mehr wahrnehmbar ist"
Einen Gewöhnungseffekt gibt es in der Tat in der Natur. Beobachtet worden ist es bei jungen Gänsen. Je nachdem ob sie häufiger "kurze" Hälse oder mehr "längere" Hälse (Raubvögel oder andere Gewässervögel) am Himmel sehen, wird das seltenere als Gefahr assoziiert.
Insofern für diejenigen, die sich intellektuell auf der Evolutionsstufe einer jungen Gans (m/w/d) befinden, mag das Argument zutreffen. Für alle anderen gilt, dass seit Millionen von Jahren gelb eine Signal- und Warnfarbe ist.
Damit möchte ich es fast schon belassen. Wer also das Gefühl hat, zu wenig Gespräche zu führen oder etwas sehr schüchtern ist, dem kann ich eine Warnweste zur Kontaktaufnahme nur wärmstens empfehlen. Man lernt Menschen kennen mit einem ausgeprägten Dunning-Kruger-Effekt. Aber habt Geduld mit euren Mitmenschen, sie wissen es nicht besser. Insofern ein gutes Beispiel für Hanlon's Razor
"Never assume malice when stupidity will suffice / Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt"
Das blödeste zum Schluß:
"Bist du so gefährlich oder warum trägst du eine Warnweste?"
Na klar, es ist reine Selbstbeherrschung hier verbal keine Gewalt anzuwenden.

In diesem Sinne schöne Grüße von den gefährlichen Mopedfahrer*in Dr_Moeff und Rollsplittkalle
Sonntag, 28. Juli 2019
Motorradfahren in Schottland - Dufftown und Umgebung
Duffton - The Malt Whisky Capital, so steht es zur Begrüßung an dem
Ortschild. Rom wurde auf sieben Hügel erbaut, Dufftown steht auf sieben
Brennblasen.
Das scheint für den kleinen, weniger als 2000 Menschen fassenden, Ort sehr verwegen. Jedoch finden sich in der näheren Umgebung in der Tat sieben Destillerien sowie eine Cooperage (Fassherstellung).
Zu den bekanntesten Whiskys zählen der Singleton of Dufftown, Belvanie sowie Glenfiddich.

Meine bessere Hälfte und ich waren sofort in diesen schönen Ort verliebt. Es lohnt sich hier mehrere Tage zu verweilen. Wir übernachteten im Tannochbrae, ein liebevoll eingerichteten Hotel, mit geschützten Parkplätzen auf dem Hinterhof für unsere Motorräder.
Die herzlichen Gastgeber geben einem auch sehr gute Tipps für Ausflüge in die nähere Umgebung. Sonst hätten wir bestimmt nichts vom hervorragenden Whiskyeis in Stonehaven erfahren. Dieser Ort liegt quasi auf dem Weg zu dem obligatorischen Ziel Dunnator Castle.
Das Hotel ist auch ein excelentes Restaurant. So ein unvergesslicher Abend startet in der Whisky Bar, wo eine auswahl an ca. 350 Scotish Whiskys auf einen wartet und endet mit einem kulinarischen Highlight wie z.B. Fasanenbrust. Ich will nicht verschweigen, dass dieser Spaß nichts für Low budget Reisen ist. Für so einen Luxusabend muß man schon umgerechnet 60 € pro Person rechnen. Es lohnt sich aber jeder/jedes Euro/Pfund.
Von Dufftown haben wir auch einen Ausflug zu dem Newburgh Seal Beach gemacht. Nach einem kurzen Fußweg vom kostenlosen Abstellort unserer Mopeds, ist man an einem Stand mit Seehund-Garantie. Ziemlich cool, die Tiere hier rumlungern oder schwimmen zu sehen.

Von dem Hotel ist auch fussläufig die Destillerie im Tal des Hirschen, so lautet die Übersetzung von Glenfiddich, zu erreichen. Eine Führung zu buchen lohnt sich definitiv. Wir haben die Solera Deconstruction Tour gebucht und unseren eigenen Solera gebastelt. Es empfiehlt sich, hier ohne Fahrzeug her zu kommen, allein der Angel Share, welcher durch die Lagerhallen wabbert, hätte meine Fahrtüchtigkeit schon beeinträchtigt. Prädikat: Extrem lohnend!

Leider hat unsere Zeit auch nicht mehr für eine kleine Wanderung zum giants-chair gereicht. Diese wurde uns von unserem Gastgebern empfohlen. Das steht noch auf der ToDo-Liste.
Wenn man schon mal das ist, kann man auch dem Belvanie Castle einen Besuch abstatten. Einen Umweg wären wir dafür aber wohl nicht gefahren.

Das Schöne an Dufftown ist auch der Weg dorthin.
Die Grampian Mountains mit dem Cairgorms National Park sind nicht wirklich ein Geheim-Tipp. Umso überraschter waren wir, wie wenig auf der "Old Military Road" los war.
Eine super Straße mit hohem Suchtpotential und kleinem Achterbahnfeeling. Auf anderen Wegen gab es schon mal mehr den einen oder anderen "pothole".
Hinter Braemar ist die Straße B 976 zu empfehlen. Allein diese Straße ist schon einen Besuch wert. Sehr tolle Aussicht mit einer schönen Single Track Road.

Anschließend folgt man weiter der A 939 "Old Military Road" und passiert somit ein weiteres Skigebiet. So mäandert man bis nach Dufftown.
Für uns zählt das Gebiet zu den absoluten Highlights in Schottland.
Das scheint für den kleinen, weniger als 2000 Menschen fassenden, Ort sehr verwegen. Jedoch finden sich in der näheren Umgebung in der Tat sieben Destillerien sowie eine Cooperage (Fassherstellung).
Zu den bekanntesten Whiskys zählen der Singleton of Dufftown, Belvanie sowie Glenfiddich.

Meine bessere Hälfte und ich waren sofort in diesen schönen Ort verliebt. Es lohnt sich hier mehrere Tage zu verweilen. Wir übernachteten im Tannochbrae, ein liebevoll eingerichteten Hotel, mit geschützten Parkplätzen auf dem Hinterhof für unsere Motorräder.
Die herzlichen Gastgeber geben einem auch sehr gute Tipps für Ausflüge in die nähere Umgebung. Sonst hätten wir bestimmt nichts vom hervorragenden Whiskyeis in Stonehaven erfahren. Dieser Ort liegt quasi auf dem Weg zu dem obligatorischen Ziel Dunnator Castle.
Das Hotel ist auch ein excelentes Restaurant. So ein unvergesslicher Abend startet in der Whisky Bar, wo eine auswahl an ca. 350 Scotish Whiskys auf einen wartet und endet mit einem kulinarischen Highlight wie z.B. Fasanenbrust. Ich will nicht verschweigen, dass dieser Spaß nichts für Low budget Reisen ist. Für so einen Luxusabend muß man schon umgerechnet 60 € pro Person rechnen. Es lohnt sich aber jeder/jedes Euro/Pfund.
Von Dufftown haben wir auch einen Ausflug zu dem Newburgh Seal Beach gemacht. Nach einem kurzen Fußweg vom kostenlosen Abstellort unserer Mopeds, ist man an einem Stand mit Seehund-Garantie. Ziemlich cool, die Tiere hier rumlungern oder schwimmen zu sehen.

Von dem Hotel ist auch fussläufig die Destillerie im Tal des Hirschen, so lautet die Übersetzung von Glenfiddich, zu erreichen. Eine Führung zu buchen lohnt sich definitiv. Wir haben die Solera Deconstruction Tour gebucht und unseren eigenen Solera gebastelt. Es empfiehlt sich, hier ohne Fahrzeug her zu kommen, allein der Angel Share, welcher durch die Lagerhallen wabbert, hätte meine Fahrtüchtigkeit schon beeinträchtigt. Prädikat: Extrem lohnend!

Leider hat unsere Zeit auch nicht mehr für eine kleine Wanderung zum giants-chair gereicht. Diese wurde uns von unserem Gastgebern empfohlen. Das steht noch auf der ToDo-Liste.
Wenn man schon mal das ist, kann man auch dem Belvanie Castle einen Besuch abstatten. Einen Umweg wären wir dafür aber wohl nicht gefahren.
Das Schöne an Dufftown ist auch der Weg dorthin.
Die Grampian Mountains mit dem Cairgorms National Park sind nicht wirklich ein Geheim-Tipp. Umso überraschter waren wir, wie wenig auf der "Old Military Road" los war.
Eine super Straße mit hohem Suchtpotential und kleinem Achterbahnfeeling. Auf anderen Wegen gab es schon mal mehr den einen oder anderen "pothole".
Hinter Braemar ist die Straße B 976 zu empfehlen. Allein diese Straße ist schon einen Besuch wert. Sehr tolle Aussicht mit einer schönen Single Track Road.

Anschließend folgt man weiter der A 939 "Old Military Road" und passiert somit ein weiteres Skigebiet. So mäandert man bis nach Dufftown.
Für uns zählt das Gebiet zu den absoluten Highlights in Schottland.
Freitag, 26. April 2019
Motorrad fahren in Schottland - Tipps zwischen Newcastle und Edinburgh
Bevor man in Schottland Motorrad fahren kann, muss man erst einmal dahin.
Klingt banal, ist es auch.
Wir hatten das Vereinigte Königreich über Newcastle upon Tyne erreicht. Unser nächster Stopp war in Edinburgh geplant. Einfach die A 68 oder A 1 folgen, um dort hin zu kommen, erschien uns als zu langweilig.
Also versuchten wir die Anfahrt spannender zu gestalten. Hier sind unserer Highlights auf dem Weg dorthin.
Bamburgh Castle / Holy Island Lindisfarne
Als Sympathisant der Bücher von Bernard Cornwell und seiner "Uhtred-Saga" (gibt es auch auf Netflix "The Last Kingdom") bot es sich an, der Bamburgh eine kurze Visite abzustatten. Diese Burg war mal im 6-7. Jahrhundert Hauptsitz des Königreiches Bernicia und später von Northumbria, dem heutigen Northumberland. Also ein geschichtsträchtiger Ort, welchen wir uns zumindest von außen einmal anschauen wollten. Wie die Burg dort auf der Anhöhe thront ist schon schick anzusehen. Natürlich kann die Burg auch besichtigt werden. Näheres findet ihr hier.
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Da wir auf kleinsten Straßen weiter wollen und mit unseren Packtaschen nicht so die Muße hatten, beließen wir es bei einem schnellen Blick, bevor wir der Holy Island of Lindisfarne einen Besuch abstatten.
Hier machte sich mangelnde Vorbereitung meinerseits bemerkbar. Der Name Insel legt den Verdacht rech nahe, das Ding liegt im Meer. Dort, wo 664-676 der spätere Heilige Cuthberg Abt in dem gleichnamigen Kloster war und im Jahre 793 räuberische Wikinger dieses fast vollständig zerstörten, führt keine Brücke und keine Fähre hin. Diesen umstand hatte ich in Maps etwas anders gedeutet, aber das Glück war uns hold und wir hatten Ebbe.
Das macht für mich auch den Reiz dieser Strecke aus. Wann kann man sonst sogar mit einem Sporttourer durch das Meer fahren. Für Kulturbefliessene gibt es auch ein Museum. Für einen Besuch sollte man Folgendes machen a: Zeit einplanen und b: den Tidekalender berücksichtigen. Da wir beides nicht gemacht hatten, müssen wir den Besuch dort nachholen.
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Lammermuir Hills / Laterne Rouge
Südlich der Region Lothian liegt eine Hügelkette, welche eine sehr schöne Einstimmung auf die schottischen Highlands sind.
Der Name leitet sich wohl vom englischen "lambs moor" ab. Bei der Anzahl der vielen Schafe, die hier rumlungern, passt es sehr gut.
Es macht einfach nur Spaß, die Single track road lang zu bummeln.
Nach den schönen Hills erreicht man den kleinen Ort Gifford. Hier wartet ein weiteres Highlight.
Das Teehaus/Cafe Laterne Rouge ist ein echtes Juwel. Zweiräder (eher Fahrräder, daher auch der Name ;) ) sind dort herzlich Willkommen.
Lecker Gebäck und Heißgetränke werden in einem schnuckeligen 60er Jahre Ambiente serviert. Einfach nur "Lovely"
Adresse: Laterne Rouge, 1 Main St, Gifford, Haddington EH41 4QH, Vereinigtes Königreich

Hier ein kleines Video zu der Tour. Viel Spaß!
Klingt banal, ist es auch.
Wir hatten das Vereinigte Königreich über Newcastle upon Tyne erreicht. Unser nächster Stopp war in Edinburgh geplant. Einfach die A 68 oder A 1 folgen, um dort hin zu kommen, erschien uns als zu langweilig.
Also versuchten wir die Anfahrt spannender zu gestalten. Hier sind unserer Highlights auf dem Weg dorthin.
Bamburgh Castle / Holy Island Lindisfarne
Als Sympathisant der Bücher von Bernard Cornwell und seiner "Uhtred-Saga" (gibt es auch auf Netflix "The Last Kingdom") bot es sich an, der Bamburgh eine kurze Visite abzustatten. Diese Burg war mal im 6-7. Jahrhundert Hauptsitz des Königreiches Bernicia und später von Northumbria, dem heutigen Northumberland. Also ein geschichtsträchtiger Ort, welchen wir uns zumindest von außen einmal anschauen wollten. Wie die Burg dort auf der Anhöhe thront ist schon schick anzusehen. Natürlich kann die Burg auch besichtigt werden. Näheres findet ihr hier.
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Da wir auf kleinsten Straßen weiter wollen und mit unseren Packtaschen nicht so die Muße hatten, beließen wir es bei einem schnellen Blick, bevor wir der Holy Island of Lindisfarne einen Besuch abstatten.
Hier machte sich mangelnde Vorbereitung meinerseits bemerkbar. Der Name Insel legt den Verdacht rech nahe, das Ding liegt im Meer. Dort, wo 664-676 der spätere Heilige Cuthberg Abt in dem gleichnamigen Kloster war und im Jahre 793 räuberische Wikinger dieses fast vollständig zerstörten, führt keine Brücke und keine Fähre hin. Diesen umstand hatte ich in Maps etwas anders gedeutet, aber das Glück war uns hold und wir hatten Ebbe.
Das macht für mich auch den Reiz dieser Strecke aus. Wann kann man sonst sogar mit einem Sporttourer durch das Meer fahren. Für Kulturbefliessene gibt es auch ein Museum. Für einen Besuch sollte man Folgendes machen a: Zeit einplanen und b: den Tidekalender berücksichtigen. Da wir beides nicht gemacht hatten, müssen wir den Besuch dort nachholen.
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Lammermuir Hills / Laterne Rouge
Südlich der Region Lothian liegt eine Hügelkette, welche eine sehr schöne Einstimmung auf die schottischen Highlands sind.
Der Name leitet sich wohl vom englischen "lambs moor" ab. Bei der Anzahl der vielen Schafe, die hier rumlungern, passt es sehr gut.
Es macht einfach nur Spaß, die Single track road lang zu bummeln.
Nach den schönen Hills erreicht man den kleinen Ort Gifford. Hier wartet ein weiteres Highlight.
Das Teehaus/Cafe Laterne Rouge ist ein echtes Juwel. Zweiräder (eher Fahrräder, daher auch der Name ;) ) sind dort herzlich Willkommen.
Lecker Gebäck und Heißgetränke werden in einem schnuckeligen 60er Jahre Ambiente serviert. Einfach nur "Lovely"
Adresse: Laterne Rouge, 1 Main St, Gifford, Haddington EH41 4QH, Vereinigtes Königreich

Hier ein kleines Video zu der Tour. Viel Spaß!
Samstag, 20. April 2019
Motorradfahrern in Schottland - Prolog
In Zeiten von Instagram und Youtube kann die Realität nur halb so schön sein
wie die Hochglanzbilder, welche im Internet präsentiert werden. In diversen
Foren und Filmen hypt Schottland und an Touren-Empfehlungen mangelt es nicht.
Wir sind auch diversen Tipps aus dem Netz gefolgt. Manches entpuppte sich als grandios. Mitunter stellten wir für uns selber fest, dass dies nicht unsere Highlights sind.
Gerade auch auf Instagram wird die Insel Skye in den schönsten Farben und so überstylisiert dargestellt, dass man real vor Ort nur schmunzeln kann, wie die Bildbearbeitung und das perfekte Arragement funktioniert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Abstecher zum Wasserfall bei Kilt Rock auf der Insel Skye. Wenn man diese Sehenswürdigkeit in der Suchmaschine eingibt, landet man auf diversen Seiten, wo dieser Wasserfall als Top-Ten-Spektakel gilt.
Eine grandiose Strecke vorbei am Old Man of Storre in einer menschenleeren Gegend, welcher mit einem Besuch des Kilt Rock Wasserfalles komplettiert wird. So liest es sich in der Beschreibung zu diesem Ort.
Wir sind dort an einem Nachmittag im Wonnemonat Mai von Portree aus hingefahren. Die Landschaft an sich ist wirklich atemberaubend, jedoch die vielen anderen Menschen, welche auch die Einsamkeit der Insel Skye suchen und hier wild in der Gegend wuseln und längs der Straße laufen, machen das Fahren etwas nervig. So tingeln wir langsam zu dem Kilt Rock.
Zwei Reisebusse zwängten sich bereits auf dem kleinen Parkplatz. Bei dem Freestyle-Wolkenformationsparken konnte man seine Abenteuerlust freien Lauf lassen.
Auf dem Vorplatz des Besichtigungspunktes spielte ein Duddelsackspieler um die Gunst und das Geld der Anwesenden. Diese waren eigentlich nur damit beschäftigt, einen Platz an vorderster Front der Absperrung zu ergattern, um das ideale "klassische" Photo zu schießen.

Während ich mit meiner Sprint RS noch am Rangieren war, kam ein Berliner Motorradfahrer an und keilte mich erstmal gezielt ein. Mit einem selbstgefälligen Grinsen nahm er den Helm vom Kopf und zwang uns ein Gespräch auf. "Links oder Rechts" war die Frage, die er uns sofort stellte*. Wir verstanden nur Bahnhof und wollten auf unverfänglichen Smalltalk wechseln. Aber er ließ nicht locker und erzählte, wo er hier schon überall war. Gedanken wie "steck dir doch den Finger in den Po" schossen mir allmählich durch den Kopf, aber darauf hätte er wahrscheinlich auch nur mit "war ich schon" geantwortet. Seinen Kompagnons waren wir relativ egal, sie wollten anscheinend nur den Besuchspunkt abhaken. Der Berliner hatte aber sein Kontingent an Worten noch nicht verbraucht und lies seiner Profillierungsneurose freien Lauf.......
In einem günstigen Moment stürzten wir Hals über Kopf am Duddelsackspieler vorbei und schauten an der Reihe der Photographier-Willigen längs den Wasserfall an und beschlossen, das Weite zu suchen.
Wie wir am nächsten Tag feststellten, ist es um 8:30 Uhr nur unwesentlich anders. Real vor Ort ist der Wasserfall ganz nett, aber vom Hocker hat er uns nicht gerissen und auch eine Flucht zu dem Quiraing Viewpoint war, ob der vielen anderen Touristen, welche den gesammten Berg in Beschlag genommen hatten, eher ernüchternd als wirklich schön.
Da waren andere Stellen, welche wir eher durch Zufall gefunden haben, dagegen wahre Perlen. Über die werde ich in den nächsten Wochen lose berichten. Von den klassischen Highlights gibt es schon genug Material im www.
* Nach kleiner Recherche ergab sich folgende Erkenntnis: Links oder rechts bezog sich auf die North Coast 500 kurz NC 500. Das ist eine Ferienstraße, welche zumindest 2018 sehr stark touristisch vermarktet wurde. Es herrscht eine rege Diskussion in verschiedenen Foren darüber, ob man sie mit dem Uhrzeigersinn oder entgegen fahren sollte.
Wir sind auch diversen Tipps aus dem Netz gefolgt. Manches entpuppte sich als grandios. Mitunter stellten wir für uns selber fest, dass dies nicht unsere Highlights sind.
Gerade auch auf Instagram wird die Insel Skye in den schönsten Farben und so überstylisiert dargestellt, dass man real vor Ort nur schmunzeln kann, wie die Bildbearbeitung und das perfekte Arragement funktioniert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Abstecher zum Wasserfall bei Kilt Rock auf der Insel Skye. Wenn man diese Sehenswürdigkeit in der Suchmaschine eingibt, landet man auf diversen Seiten, wo dieser Wasserfall als Top-Ten-Spektakel gilt.
Eine grandiose Strecke vorbei am Old Man of Storre in einer menschenleeren Gegend, welcher mit einem Besuch des Kilt Rock Wasserfalles komplettiert wird. So liest es sich in der Beschreibung zu diesem Ort.
Wir sind dort an einem Nachmittag im Wonnemonat Mai von Portree aus hingefahren. Die Landschaft an sich ist wirklich atemberaubend, jedoch die vielen anderen Menschen, welche auch die Einsamkeit der Insel Skye suchen und hier wild in der Gegend wuseln und längs der Straße laufen, machen das Fahren etwas nervig. So tingeln wir langsam zu dem Kilt Rock.
Zwei Reisebusse zwängten sich bereits auf dem kleinen Parkplatz. Bei dem Freestyle-Wolkenformationsparken konnte man seine Abenteuerlust freien Lauf lassen.
Auf dem Vorplatz des Besichtigungspunktes spielte ein Duddelsackspieler um die Gunst und das Geld der Anwesenden. Diese waren eigentlich nur damit beschäftigt, einen Platz an vorderster Front der Absperrung zu ergattern, um das ideale "klassische" Photo zu schießen.

Während ich mit meiner Sprint RS noch am Rangieren war, kam ein Berliner Motorradfahrer an und keilte mich erstmal gezielt ein. Mit einem selbstgefälligen Grinsen nahm er den Helm vom Kopf und zwang uns ein Gespräch auf. "Links oder Rechts" war die Frage, die er uns sofort stellte*. Wir verstanden nur Bahnhof und wollten auf unverfänglichen Smalltalk wechseln. Aber er ließ nicht locker und erzählte, wo er hier schon überall war. Gedanken wie "steck dir doch den Finger in den Po" schossen mir allmählich durch den Kopf, aber darauf hätte er wahrscheinlich auch nur mit "war ich schon" geantwortet. Seinen Kompagnons waren wir relativ egal, sie wollten anscheinend nur den Besuchspunkt abhaken. Der Berliner hatte aber sein Kontingent an Worten noch nicht verbraucht und lies seiner Profillierungsneurose freien Lauf.......
In einem günstigen Moment stürzten wir Hals über Kopf am Duddelsackspieler vorbei und schauten an der Reihe der Photographier-Willigen längs den Wasserfall an und beschlossen, das Weite zu suchen.
Wie wir am nächsten Tag feststellten, ist es um 8:30 Uhr nur unwesentlich anders. Real vor Ort ist der Wasserfall ganz nett, aber vom Hocker hat er uns nicht gerissen und auch eine Flucht zu dem Quiraing Viewpoint war, ob der vielen anderen Touristen, welche den gesammten Berg in Beschlag genommen hatten, eher ernüchternd als wirklich schön.
Da waren andere Stellen, welche wir eher durch Zufall gefunden haben, dagegen wahre Perlen. Über die werde ich in den nächsten Wochen lose berichten. Von den klassischen Highlights gibt es schon genug Material im www.
* Nach kleiner Recherche ergab sich folgende Erkenntnis: Links oder rechts bezog sich auf die North Coast 500 kurz NC 500. Das ist eine Ferienstraße, welche zumindest 2018 sehr stark touristisch vermarktet wurde. Es herrscht eine rege Diskussion in verschiedenen Foren darüber, ob man sie mit dem Uhrzeigersinn oder entgegen fahren sollte.
Dienstag, 26. Februar 2019
Klippentour um das Okertal
Getreu dem Motto meiner besseren Hälfte, alles unter 10 km ist ein
Spaziergang, hatte ich für den Februar eine ca. 12 km Wander-Strecke
rausgesucht.
Da der Februar immer etwas unsicher bezüglich des Wetters ist, wollten wir es auch nicht übertreiben und zum anderen sind wir Anfang des Jahres meist noch nicht in Bestform.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz neben dem Romkerhaller Wasserfall. Es ist am heutigen Montag morgen noch recht frostig und so sind wir doch froh unsere Winterjacken an zu haben.
Schräg gegenüber dem Parkplatz liegt ein Gastronomiebetrieb, welcher werbewirksam irgendwas mit Königreich auf seiner Fassade gepinselt hat. Uns steht aber nicht der Sinn zum einkehren und so nehmen wir links neben dem Wasserfall den Einstieg in die Wanderroute.
Recht steil kraxelt man den schmalen Pfad entlang um kurz danach oberhalb des Wasserfalles zu stehen.
Von der Sonne beschienen und ob der mehr als 60 Höhenmeter wandert der Reißverschluss der Jacke langsam nach unten. Die Sonne hat doch schon viel Kraft. Im Schatten ist es aber noch recht kühl und das ein oder andere Schneefeld ist auch noch zu sehen.

Der Romkerhaller Wasserfall ist der höchste Kunstwasserfall im Harz. So um 1863 hat man Teile der kleinen Romke über die felsige Flanke des Okertals geleitet um so eine weitere Attraktion neben dem zur gleichen Zeit gebauten Gastronomiebetrieb zu haben. Irgendwie etwas Beschiss, aber zumindest einer, der hübsch anzusehen ist.
Benannt ist der Fluss nach dem Gipfel Kleiner Romke, an dem er entspringt.
Den namensgebenden Berg links liegen lassend geht es weiter recht kräftig aufwärts zu der Feigenbaumklippe. Spätestens nach diesem Weg zeigt das Deo erste Ermüdungserscheinungen und wir selber verfluchen jeden Schokoriegel, der sich über Weihnachten um die Bauchgegend geschlichen hat. Aber wir können zumindest sagen, auch heute wirkt die Schwerkraft.

Die Feigenbaumklippe ist über einen felsigen Aufstieg oder einer leichten Passage erreichbar. Da wir noch ausgeruht sind, wollen wir die Klippen umrunden.
Da die anspruchsvollere Route im Schatten der Klippe liegt, haben wir mit etwas Eis zu kämpfen. Den einen oder anderen unschmeichelhaften Tiernamen höre ich aus dem Hintergrund den Mund meiner Frau verlassen. Aber bevor die Tiere richtig groß werden, können wir wieder sicheres Terrain betreten. Die Klippen sind definitiv das erste Highlight. Über einen schmalen Steg erreichen wir die Aussichtskanzel. Bei +14 °C im Sonnenschein und dieser grandiosen Aussicht kann es einem wahrlich schlechter gehen.


Den sanften Weg herunter gehend kommt nun die "Mausefalle". Hilti Dübel, Patex, Dopellseitiges Klebeband oder Gewohnheit, irgendwas wird das Ding schon zusammenhalten. Spannend ist auch, dass dieser Felsen ein offizieller Kletterfelsen des Deutschen Alpenvereins ist. Die Gesteinsform kommt durch die Wollsackverwitterung zustande, welche im Harz häufiger anzutreffen ist.
Dort herumkraxeln ist nichts für mich und so genieße ich einfach nur den Anblick und knipse mit der Kamera ein wenig herum.

Nun geht es weiter an der Habichtsklippe vorbei zur Hexenküche, welche ich ob des spektakulären Namens etwas unspektakulär empfinde. Was diese Felsformation mit einer Küche zu tun hat erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht fehlt mir auch nur etwas Fantasie.
Von dort kann man aber einen kleinen Abstecher zum Mönch machen. Die wenigen hundert Meter lohnen sich definitiv. Das sanfte Licht der Februar-Sonne zaubert wunderbare Lichtspiele in dem Wald. Ein kleiner Sturmschaden an einer Überlandleitung zeigt aber recht deutlich, der Harz kann auch anders. Bei Unwetter möchte ich hier nicht umherstapfen.

Nach kurzer Strecke kommt man dann zum Kästehaus, eine Gaststätte die seit Mitte 2018 leider außer Betrieb ist. Ob und wann sie wieder öffnet, steht wohl nicht fest. Sehr schade, da der Ort zum Verweilen einlädt. Dieser Ort hat sogar eine Bushaltestelle welche hier oben doch etwas kurios wirkt
Dieser Punkt markiert auch die höchste Stelle unserer Wanderung. Wir hatten unheimliches Glück von dort einen Blick auf den ca. 12 km Luftlinie entfernten Brocken zu erhaschen. Statistisch gesehen liegt der Brocken um die 300 Tage im Jahr in Nebel. Heute aber mal nicht. Zeit das Teleobjektiv heraus zu holen um später festzustellen, dass ich es hätte putzen müssen. Das kommt auf die ToDo Liste für die nächste Schlecht-Wetterperiode.

So wanderten wir langsam abwärts und passierten inflationär diverse Steinhaufen mit abenteuerlichen Namen wie Teufelsklippen, Studentenklippen und Ziegenrücken um nur einige zu nennen. Es stellt sich aber trotzdem noch keine Klippenmüdigkeit ein und jede noch so kleine Steinformation wird von mir, sehr zum Leidwesen meiner besseren Hälfte, fototechnisch gewürdigt. Zwischenzeitig kommen wir auch an Stellen vorbei, die aussehen als hätten hier Holzfällerwettbewerbe stattgefunden oder in Anspielung von "Der Herr der Ringe" die Horden Isengards gewütet.

Je tiefer wir kommen desto kühler wird es mitunter. Also wandert der Reißverschluß langsam wieder nach oben. Für Anfang Februar ist es aber erstaunlich mild. Spannend ist der schlagartige Wechsel zwischen warmen und kühleren Luftschichten, welche uns wie Wellen umfangen.
Immer weiter abwärts mäandernd kommen wir irgendwann an der B498 an. Dort interpretieren wir die Wanderschilder etwas falsch und können auf dem Garmin den Weg auch nicht so recht erkennen. So gehen wir etwas parallel an der Bundesstraße entlang.
Rechts lang um das eine Gebäude herum wäre der richtige und sicherlich auch schönere Weg gewesen. Das stellten wir aber auch erst später fest.
Egal, so finden wir 400 m weiter den Einstieg in das Okertal. Hier haben Steine wieder die Oberhand. Man hat aber auch einen guten Blick auf Teile des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft, im speziellen dem Oker Aquädukt. Zusammen mit der malerischen Adlerklippe ist es in der Tat beeindruckend.
Warum man allerdings irgendein Adlerimitat auf den Felsen der Klippe gepappt hat, erschließt sich uns nicht wirklich. Das hat bestimmt irgendwas mit Marketing zu tun. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so ignorieren wir das Ding einfach.

Auf- und abwärts wandern wir weiter durch das schöne Okertal. Erst jetzt stellt sich auch bei mir eine gewisse "Steinmüdigkeit" ein. Auch sehen wir nun andere Wanderer. Oben auf dem Berg hatten wir die Gegend noch für uns allein.
So ganz überraschend ist das aber für einen Montag Vormittag nicht.
Wir kommen an der Marienwand vorbei. Einen weiteren ausgewiesenen Kletterfelsen. Dieser ist nicht ganz unkritisch, sind dort bereits mehrere Bergsteiger*innen abgestürzt.
Heute war auch ein Kletterer an der Wand, wünschen wir ihm viel Spaß und das alles gut geht.

Die Verlobungsinsel mit der Stempelstelle der Harzer Wandernadel lassen wir ob der leichten Ermüdungserscheinungen links liegen. Liegen ist auch das Stichwort zu unserem Stempelbuch. Es befindet sich warm und trocken zu Hause im Schrank.
Das ficht uns aber nicht an, haben wir so einen plausiblen Grund hier noch einmal recht zeitnah lang zu wandern.
Nach ca. 4,5 h kommen wir mit leichten Wanderwaden, durchschwitzten Pullis und einem breiten Grinsen im Gesicht am Parkplatz an.
Für die Statistiker: Anstieg ca. 450 m, Abstieg ca. 450 m, 11,6 km haben wir zurückgelegt.
Hier die Strecke graphisch dargestellt:
Da der Februar immer etwas unsicher bezüglich des Wetters ist, wollten wir es auch nicht übertreiben und zum anderen sind wir Anfang des Jahres meist noch nicht in Bestform.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz neben dem Romkerhaller Wasserfall. Es ist am heutigen Montag morgen noch recht frostig und so sind wir doch froh unsere Winterjacken an zu haben.
Schräg gegenüber dem Parkplatz liegt ein Gastronomiebetrieb, welcher werbewirksam irgendwas mit Königreich auf seiner Fassade gepinselt hat. Uns steht aber nicht der Sinn zum einkehren und so nehmen wir links neben dem Wasserfall den Einstieg in die Wanderroute.
Recht steil kraxelt man den schmalen Pfad entlang um kurz danach oberhalb des Wasserfalles zu stehen.
Von der Sonne beschienen und ob der mehr als 60 Höhenmeter wandert der Reißverschluss der Jacke langsam nach unten. Die Sonne hat doch schon viel Kraft. Im Schatten ist es aber noch recht kühl und das ein oder andere Schneefeld ist auch noch zu sehen.

Der Romkerhaller Wasserfall ist der höchste Kunstwasserfall im Harz. So um 1863 hat man Teile der kleinen Romke über die felsige Flanke des Okertals geleitet um so eine weitere Attraktion neben dem zur gleichen Zeit gebauten Gastronomiebetrieb zu haben. Irgendwie etwas Beschiss, aber zumindest einer, der hübsch anzusehen ist.
Benannt ist der Fluss nach dem Gipfel Kleiner Romke, an dem er entspringt.
Den namensgebenden Berg links liegen lassend geht es weiter recht kräftig aufwärts zu der Feigenbaumklippe. Spätestens nach diesem Weg zeigt das Deo erste Ermüdungserscheinungen und wir selber verfluchen jeden Schokoriegel, der sich über Weihnachten um die Bauchgegend geschlichen hat. Aber wir können zumindest sagen, auch heute wirkt die Schwerkraft.

Die Feigenbaumklippe ist über einen felsigen Aufstieg oder einer leichten Passage erreichbar. Da wir noch ausgeruht sind, wollen wir die Klippen umrunden.
Da die anspruchsvollere Route im Schatten der Klippe liegt, haben wir mit etwas Eis zu kämpfen. Den einen oder anderen unschmeichelhaften Tiernamen höre ich aus dem Hintergrund den Mund meiner Frau verlassen. Aber bevor die Tiere richtig groß werden, können wir wieder sicheres Terrain betreten. Die Klippen sind definitiv das erste Highlight. Über einen schmalen Steg erreichen wir die Aussichtskanzel. Bei +14 °C im Sonnenschein und dieser grandiosen Aussicht kann es einem wahrlich schlechter gehen.

Den sanften Weg herunter gehend kommt nun die "Mausefalle". Hilti Dübel, Patex, Dopellseitiges Klebeband oder Gewohnheit, irgendwas wird das Ding schon zusammenhalten. Spannend ist auch, dass dieser Felsen ein offizieller Kletterfelsen des Deutschen Alpenvereins ist. Die Gesteinsform kommt durch die Wollsackverwitterung zustande, welche im Harz häufiger anzutreffen ist.
Dort herumkraxeln ist nichts für mich und so genieße ich einfach nur den Anblick und knipse mit der Kamera ein wenig herum.

Nun geht es weiter an der Habichtsklippe vorbei zur Hexenküche, welche ich ob des spektakulären Namens etwas unspektakulär empfinde. Was diese Felsformation mit einer Küche zu tun hat erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht fehlt mir auch nur etwas Fantasie.
Von dort kann man aber einen kleinen Abstecher zum Mönch machen. Die wenigen hundert Meter lohnen sich definitiv. Das sanfte Licht der Februar-Sonne zaubert wunderbare Lichtspiele in dem Wald. Ein kleiner Sturmschaden an einer Überlandleitung zeigt aber recht deutlich, der Harz kann auch anders. Bei Unwetter möchte ich hier nicht umherstapfen.

Nach kurzer Strecke kommt man dann zum Kästehaus, eine Gaststätte die seit Mitte 2018 leider außer Betrieb ist. Ob und wann sie wieder öffnet, steht wohl nicht fest. Sehr schade, da der Ort zum Verweilen einlädt. Dieser Ort hat sogar eine Bushaltestelle welche hier oben doch etwas kurios wirkt
Dieser Punkt markiert auch die höchste Stelle unserer Wanderung. Wir hatten unheimliches Glück von dort einen Blick auf den ca. 12 km Luftlinie entfernten Brocken zu erhaschen. Statistisch gesehen liegt der Brocken um die 300 Tage im Jahr in Nebel. Heute aber mal nicht. Zeit das Teleobjektiv heraus zu holen um später festzustellen, dass ich es hätte putzen müssen. Das kommt auf die ToDo Liste für die nächste Schlecht-Wetterperiode.

So wanderten wir langsam abwärts und passierten inflationär diverse Steinhaufen mit abenteuerlichen Namen wie Teufelsklippen, Studentenklippen und Ziegenrücken um nur einige zu nennen. Es stellt sich aber trotzdem noch keine Klippenmüdigkeit ein und jede noch so kleine Steinformation wird von mir, sehr zum Leidwesen meiner besseren Hälfte, fototechnisch gewürdigt. Zwischenzeitig kommen wir auch an Stellen vorbei, die aussehen als hätten hier Holzfällerwettbewerbe stattgefunden oder in Anspielung von "Der Herr der Ringe" die Horden Isengards gewütet.

Je tiefer wir kommen desto kühler wird es mitunter. Also wandert der Reißverschluß langsam wieder nach oben. Für Anfang Februar ist es aber erstaunlich mild. Spannend ist der schlagartige Wechsel zwischen warmen und kühleren Luftschichten, welche uns wie Wellen umfangen.
Immer weiter abwärts mäandernd kommen wir irgendwann an der B498 an. Dort interpretieren wir die Wanderschilder etwas falsch und können auf dem Garmin den Weg auch nicht so recht erkennen. So gehen wir etwas parallel an der Bundesstraße entlang.
Rechts lang um das eine Gebäude herum wäre der richtige und sicherlich auch schönere Weg gewesen. Das stellten wir aber auch erst später fest.
Egal, so finden wir 400 m weiter den Einstieg in das Okertal. Hier haben Steine wieder die Oberhand. Man hat aber auch einen guten Blick auf Teile des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft, im speziellen dem Oker Aquädukt. Zusammen mit der malerischen Adlerklippe ist es in der Tat beeindruckend.
Warum man allerdings irgendein Adlerimitat auf den Felsen der Klippe gepappt hat, erschließt sich uns nicht wirklich. Das hat bestimmt irgendwas mit Marketing zu tun. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so ignorieren wir das Ding einfach.

Auf- und abwärts wandern wir weiter durch das schöne Okertal. Erst jetzt stellt sich auch bei mir eine gewisse "Steinmüdigkeit" ein. Auch sehen wir nun andere Wanderer. Oben auf dem Berg hatten wir die Gegend noch für uns allein.
So ganz überraschend ist das aber für einen Montag Vormittag nicht.
Wir kommen an der Marienwand vorbei. Einen weiteren ausgewiesenen Kletterfelsen. Dieser ist nicht ganz unkritisch, sind dort bereits mehrere Bergsteiger*innen abgestürzt.
Heute war auch ein Kletterer an der Wand, wünschen wir ihm viel Spaß und das alles gut geht.

Die Verlobungsinsel mit der Stempelstelle der Harzer Wandernadel lassen wir ob der leichten Ermüdungserscheinungen links liegen. Liegen ist auch das Stichwort zu unserem Stempelbuch. Es befindet sich warm und trocken zu Hause im Schrank.
Das ficht uns aber nicht an, haben wir so einen plausiblen Grund hier noch einmal recht zeitnah lang zu wandern.
Nach ca. 4,5 h kommen wir mit leichten Wanderwaden, durchschwitzten Pullis und einem breiten Grinsen im Gesicht am Parkplatz an.
Für die Statistiker: Anstieg ca. 450 m, Abstieg ca. 450 m, 11,6 km haben wir zurückgelegt.
Hier die Strecke graphisch dargestellt:
Sonntag, 27. Januar 2019
Schottland - Intro
Ein Land voller Mythen und einer bewegten Vergangenheit. Raue Natur und karge
Landschaften mit verfallenen Burgen bei permanenten Regen, so stellte ich mir
Schottland vor. Als Motorradreiseland hatte ich es überhaupt nicht in Betracht
gezogen.
Es war gefühlt auch einfach zu weit weg.
Bis eines Tages bei der abonnierten Motorrad Zeitung eine DVD "Abenteuer Nordamerika" von Motorradreisender Erik Peters mit im Briefkasten lag. Diese hat mich so überzeugt, dass ich mir auch die anderen Blue-Rays dieses Motorradreisenden kaufte. - unter anderem "Highlands & Islands". Damit wurden meine Partnerin und ich mit dem Schottland-Virus befallen.
Dieser Film ist so liebevoll arrangiert, informativ, hat sehr tolle Streckenempfehlungen und ist mit unzähligen praktischen Tipps versehen, so dass meine Frau und mir klar war - da müssen wir auch hin. Meine bessere Hälfte und ich sind nun nach unseren Motorradurlauben dort 2017 und 2018 schwer in Schottland verliebt. Deshalb: Vielen Dank Erik Peters!
Schottland ist aus Nordwestdeutschland leichter zu erreichen als die Seealpen oder Norwegen. In bummeligen 3,5 h ist man von Oldenburg am Hafen von Ijmuiden angekommen, von wo aus eine DFDS Fähre nach Newcastle Upon Tyne fährt.
Nachmittags gegen 17 Uhr legt die Fähre ab und am nächsten Morgen gegen 9 Uhr Ortszeit ist man in Newcastle. Kostenpunkt für 2 Personen und 2 Motorräder in der Woche für die hin und Rückfahrt mit einer Aussenkabine lag Mai 2018 bei ungefähr 500 €. Wenn die Fähre über den ADAC gebucht wird, gibt es auch noch einen Rabatt.
Wenn man noch etwas weiter Richtung Rotterdam möchte kann man auch die Fähre nach Hull nehmen. Je nach belieben.
Leider hat der BREXIT die Urlaubsplanung für 2019 etwas unsicher gemacht, so dass wir erstmal abwarten, ob und wie die Einigung zwischen der EU und GB aussieht. Geplant ist 2020 dieser schönen Gegend wieder einen Besuch abzustatten.
Hier allgemeine Informationen:
Fähre:
Frühes Erscheinen sichert nicht unbedingt die besten Plätze. 2017 waren wir aufgrund von Vorfreude und Aufregung sehr früh dort und mit als erster auf der Fähre. Auf Seitengängensackgassen hatten wir die Motorräder abstellen dürfen. Eher unschön, da wir in Newcastle Rückwärts daraus rollen mussten.

Aber den Fehler machten wir nur einmal. Danach fuhren wir im gepflegten Mittelfed auf die Fähre, man muss auch manchmal anderen den Vortritt lassen.
Das Sichern der Moppeds ist recht unproblematisch. Spanngurte wurden in ausreichender Zahl gestellt. Wenn man Sorge um den Lack hat, empfiehlt es sich alte Handtücher mitzunehmen. Um nicht das gesamte Geraffel mit schleppen zu müssen haben wir eine kleine Tasche mit dem Notwendigsten gepackt, so dass die Packtaschen am Moped blieben.

Sprache:
Mit unserem Schulenglisch/Fachenglisch sind wir sehr gut klar gekommen. Lediglich beim Tanken in Newcastle dachten wir vorübergehend, dass wir verhungern müssten, da wir den jungen Mann an der Kasse nur zu ungefähr 5 % verstanden haben. In Schottland selber sind die Menschen so überaus freundlich sich sprachlich anzupassen, so dass die Verständigung sehr flüssig verläuft.
Verkehr:
Das Fahren in Schottland ist einfach nur tiefenentspannt. Der Linksverkehr stellte sich als unproblematisch heraus. Lediglich auf Parkplätzen stellte sich gelegentlich der Rechtsfahrautomatismus ein. Nach 3 Wochen allerdings muss man sich wieder auf das europäische Festland umstellen, da Rechtsfahren einem plötzlich komisch vorkommt. Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen sind 60 mph und in Ortschaften 30 mph. Da das Motorrad meiner besseren Hälfte einen nativen Meilentacho besitzt und meine damalige gelbe Hummel einen umstellbaren Digitaltacho hat, stellte mph keine Probleme dar.
Typisch sind gerade in ländlichen Gegenden Single Tracks Roads mit Passing Places. Gegenseitige Rücksicht ist dort besonders wichtig. Durch Unachtsamkeit wurde es hier manchmal etwas eng. Ansonsten kann man recht entspannt dort lang rollen. Das Wort "Potthole" --> Schlagloch lernt man auch recht fix.
Essen:
Kulinarisch wird Schottland unterschätzt. Haggis ist zwar nicht Jedermans Geschmack (Andrea und ich mögen es), die Küche bietet aber auch für jeden etwas. Egal ob Vegetarisch, Glutenfrei, Lactosefrei etc .... Die Deklaration in den Supermärkten gefiel mir sogar besser als in Deutschland. Egal ob im Imbiss, Restaurant oder Supermarkt, leckere Sachen waren immer zu finden. Von dem deftig kräftig full Scottish Breakfast sind wir auch voll begeistert.
Wetter:
Wir waren im Mai unterwegs, welcher Monat statistisch gesehen als regenarm gilt. In Oldenburg (Oldg) wohnhaft, stellt man eh wettertechnisch keine allzu großen Ansprüche. 2017 hatte wir in Schottland die trockenste Zeit des Jahres gehabt.
Es war gefühlt auch einfach zu weit weg.
Bis eines Tages bei der abonnierten Motorrad Zeitung eine DVD "Abenteuer Nordamerika" von Motorradreisender Erik Peters mit im Briefkasten lag. Diese hat mich so überzeugt, dass ich mir auch die anderen Blue-Rays dieses Motorradreisenden kaufte. - unter anderem "Highlands & Islands". Damit wurden meine Partnerin und ich mit dem Schottland-Virus befallen.
Dieser Film ist so liebevoll arrangiert, informativ, hat sehr tolle Streckenempfehlungen und ist mit unzähligen praktischen Tipps versehen, so dass meine Frau und mir klar war - da müssen wir auch hin. Meine bessere Hälfte und ich sind nun nach unseren Motorradurlauben dort 2017 und 2018 schwer in Schottland verliebt. Deshalb: Vielen Dank Erik Peters!
Schottland ist aus Nordwestdeutschland leichter zu erreichen als die Seealpen oder Norwegen. In bummeligen 3,5 h ist man von Oldenburg am Hafen von Ijmuiden angekommen, von wo aus eine DFDS Fähre nach Newcastle Upon Tyne fährt.
Nachmittags gegen 17 Uhr legt die Fähre ab und am nächsten Morgen gegen 9 Uhr Ortszeit ist man in Newcastle. Kostenpunkt für 2 Personen und 2 Motorräder in der Woche für die hin und Rückfahrt mit einer Aussenkabine lag Mai 2018 bei ungefähr 500 €. Wenn die Fähre über den ADAC gebucht wird, gibt es auch noch einen Rabatt.
Wenn man noch etwas weiter Richtung Rotterdam möchte kann man auch die Fähre nach Hull nehmen. Je nach belieben.
Leider hat der BREXIT die Urlaubsplanung für 2019 etwas unsicher gemacht, so dass wir erstmal abwarten, ob und wie die Einigung zwischen der EU und GB aussieht. Geplant ist 2020 dieser schönen Gegend wieder einen Besuch abzustatten.
Hier allgemeine Informationen:
Fähre:
Frühes Erscheinen sichert nicht unbedingt die besten Plätze. 2017 waren wir aufgrund von Vorfreude und Aufregung sehr früh dort und mit als erster auf der Fähre. Auf Seitengängensackgassen hatten wir die Motorräder abstellen dürfen. Eher unschön, da wir in Newcastle Rückwärts daraus rollen mussten.

Aber den Fehler machten wir nur einmal. Danach fuhren wir im gepflegten Mittelfed auf die Fähre, man muss auch manchmal anderen den Vortritt lassen.
Das Sichern der Moppeds ist recht unproblematisch. Spanngurte wurden in ausreichender Zahl gestellt. Wenn man Sorge um den Lack hat, empfiehlt es sich alte Handtücher mitzunehmen. Um nicht das gesamte Geraffel mit schleppen zu müssen haben wir eine kleine Tasche mit dem Notwendigsten gepackt, so dass die Packtaschen am Moped blieben.

Sprache:
Mit unserem Schulenglisch/Fachenglisch sind wir sehr gut klar gekommen. Lediglich beim Tanken in Newcastle dachten wir vorübergehend, dass wir verhungern müssten, da wir den jungen Mann an der Kasse nur zu ungefähr 5 % verstanden haben. In Schottland selber sind die Menschen so überaus freundlich sich sprachlich anzupassen, so dass die Verständigung sehr flüssig verläuft.
Verkehr:
Das Fahren in Schottland ist einfach nur tiefenentspannt. Der Linksverkehr stellte sich als unproblematisch heraus. Lediglich auf Parkplätzen stellte sich gelegentlich der Rechtsfahrautomatismus ein. Nach 3 Wochen allerdings muss man sich wieder auf das europäische Festland umstellen, da Rechtsfahren einem plötzlich komisch vorkommt. Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen sind 60 mph und in Ortschaften 30 mph. Da das Motorrad meiner besseren Hälfte einen nativen Meilentacho besitzt und meine damalige gelbe Hummel einen umstellbaren Digitaltacho hat, stellte mph keine Probleme dar.
Typisch sind gerade in ländlichen Gegenden Single Tracks Roads mit Passing Places. Gegenseitige Rücksicht ist dort besonders wichtig. Durch Unachtsamkeit wurde es hier manchmal etwas eng. Ansonsten kann man recht entspannt dort lang rollen. Das Wort "Potthole" --> Schlagloch lernt man auch recht fix.
Essen:
Kulinarisch wird Schottland unterschätzt. Haggis ist zwar nicht Jedermans Geschmack (Andrea und ich mögen es), die Küche bietet aber auch für jeden etwas. Egal ob Vegetarisch, Glutenfrei, Lactosefrei etc .... Die Deklaration in den Supermärkten gefiel mir sogar besser als in Deutschland. Egal ob im Imbiss, Restaurant oder Supermarkt, leckere Sachen waren immer zu finden. Von dem deftig kräftig full Scottish Breakfast sind wir auch voll begeistert.
Wetter:
Wir waren im Mai unterwegs, welcher Monat statistisch gesehen als regenarm gilt. In Oldenburg (Oldg) wohnhaft, stellt man eh wettertechnisch keine allzu großen Ansprüche. 2017 hatte wir in Schottland die trockenste Zeit des Jahres gehabt.
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