Wir sind auch diversen Tipps aus dem Netz gefolgt. Manches entpuppte sich als grandios. Mitunter stellten wir für uns selber fest, dass dies nicht unsere Highlights sind.
Gerade auch auf Instagram wird die Insel Skye in den schönsten Farben und so überstylisiert dargestellt, dass man real vor Ort nur schmunzeln kann, wie die Bildbearbeitung und das perfekte Arragement funktioniert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Abstecher zum Wasserfall bei Kilt Rock auf der Insel Skye. Wenn man diese Sehenswürdigkeit in der Suchmaschine eingibt, landet man auf diversen Seiten, wo dieser Wasserfall als Top-Ten-Spektakel gilt.
Eine grandiose Strecke vorbei am Old Man of Storre in einer menschenleeren Gegend, welcher mit einem Besuch des Kilt Rock Wasserfalles komplettiert wird. So liest es sich in der Beschreibung zu diesem Ort.
Wir sind dort an einem Nachmittag im Wonnemonat Mai von Portree aus hingefahren. Die Landschaft an sich ist wirklich atemberaubend, jedoch die vielen anderen Menschen, welche auch die Einsamkeit der Insel Skye suchen und hier wild in der Gegend wuseln und längs der Straße laufen, machen das Fahren etwas nervig. So tingeln wir langsam zu dem Kilt Rock.
Zwei Reisebusse zwängten sich bereits auf dem kleinen Parkplatz. Bei dem Freestyle-Wolkenformationsparken konnte man seine Abenteuerlust freien Lauf lassen.
Auf dem Vorplatz des Besichtigungspunktes spielte ein Duddelsackspieler um die Gunst und das Geld der Anwesenden. Diese waren eigentlich nur damit beschäftigt, einen Platz an vorderster Front der Absperrung zu ergattern, um das ideale "klassische" Photo zu schießen.

Während ich mit meiner Sprint RS noch am Rangieren war, kam ein Berliner Motorradfahrer an und keilte mich erstmal gezielt ein. Mit einem selbstgefälligen Grinsen nahm er den Helm vom Kopf und zwang uns ein Gespräch auf. "Links oder Rechts" war die Frage, die er uns sofort stellte*. Wir verstanden nur Bahnhof und wollten auf unverfänglichen Smalltalk wechseln. Aber er ließ nicht locker und erzählte, wo er hier schon überall war. Gedanken wie "steck dir doch den Finger in den Po" schossen mir allmählich durch den Kopf, aber darauf hätte er wahrscheinlich auch nur mit "war ich schon" geantwortet. Seinen Kompagnons waren wir relativ egal, sie wollten anscheinend nur den Besuchspunkt abhaken. Der Berliner hatte aber sein Kontingent an Worten noch nicht verbraucht und lies seiner Profillierungsneurose freien Lauf.......
In einem günstigen Moment stürzten wir Hals über Kopf am Duddelsackspieler vorbei und schauten an der Reihe der Photographier-Willigen längs den Wasserfall an und beschlossen, das Weite zu suchen.
Wie wir am nächsten Tag feststellten, ist es um 8:30 Uhr nur unwesentlich anders. Real vor Ort ist der Wasserfall ganz nett, aber vom Hocker hat er uns nicht gerissen und auch eine Flucht zu dem Quiraing Viewpoint war, ob der vielen anderen Touristen, welche den gesammten Berg in Beschlag genommen hatten, eher ernüchternd als wirklich schön.
Da waren andere Stellen, welche wir eher durch Zufall gefunden haben, dagegen wahre Perlen. Über die werde ich in den nächsten Wochen lose berichten. Von den klassischen Highlights gibt es schon genug Material im www.
* Nach kleiner Recherche ergab sich folgende Erkenntnis: Links oder rechts bezog sich auf die North Coast 500 kurz NC 500. Das ist eine Ferienstraße, welche zumindest 2018 sehr stark touristisch vermarktet wurde. Es herrscht eine rege Diskussion in verschiedenen Foren darüber, ob man sie mit dem Uhrzeigersinn oder entgegen fahren sollte.
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