Dienstag, 7. Juli 2020

Quo Vadis Motorradlärm

Sonntagsfahrverbot für Motorräder - so stand es in dem Medien und schallte durch die Weiten des Netzes.
Abwehrmechanismen griffen sofort und so wurden Motorraddemos organisiert, einschlägige Vertreter der motorisierten Zunft positionierten sich und gaben der unverschämten Forderung kontra.
Soweit, so gut. Alles also wie immer?
Aber worum geht es wirklich?
Der Bundesrat hat einen Beschluß getätigt welcher sich mit Motorradlärm auseinander setzt.
Die Drucksache 125/20  hat den sperrigen Titel "Entschließung des Bundesrates zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm"
Dort sind folgende Änderungswünsche zu den bestehenden EU Verordnungen aufgenommen
  1. Neu Zugelassene Motorräder sollen maximal 80 db laut sein (Real Driving Sound Emissions)
  2. Mehr Kontrollen und härter Strafen bei Eingriffen am Motorrad, welche eine Lärmsteigerung zur Folge haben (Beschlagnahmung)
  3. Förderung/Unterstützung von Initiativen, welche sich für leises Motorradfahren einsetzen z.B. die Initiative „Silent Rider”
  4. Verbot von Möglichkeiten, dass Fahrer das Sounddesign des Motorrades über Motormapping o.ä. ändert
  5. Förderung von leiseren E-Motorrädern.
  6. Entwicklung geeigneter Messverfahren
  7. Hier das Original-Zitat des Aufregers: "Der Bundesrat sieht dringenden Handlungsbedarf, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes zu ermöglichen. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, die hierzu einschlägigen Regelungen anzupassen. Motorräder mit alternativen Antriebstechniken wie beispielsweise Elektroantrieb sollten von möglichen Verkehrsverboten ausgenommen werden"
  8. Weiteres Original-Zitat "Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, eine Lösung zu finden, damit „Raser“ oder „Belästiger“ einer Strafe nicht entgehen können". 
  9. Weiterer Orginaltext:  "Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, die Möglichkeit der Einführung einer Regelung zur unmittelbaren Haftung, bei der das Schuldprinzip nicht zur Anwendung kommt, unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen (Halterhaftung)".
  10. Fahrtenbuch von mehrfach auffällig gewordenen Motorradfahrern

Unbestritten ist die Tatsache, dass im Bereich des Motorradlärmes sich etwas ändern muss.
Die polarisierenden Überschriften und unreflektierten Kommentare der "Community" haben mich doch etwas überrascht. Clickbaiting statt Brain.exe.
Die lärmenden Motorraddemos halte ich persönlich deshalb auch für nicht zielführend.
Ein ehrliches Umdenken muss stattfinden. Statt pauschale Abwehrhaltung und Opferrolle ist ein progressiver Umgang mit dem Thema nötig. 
Da die Hersteller mit Zusatz-Auspuffanlagen und sound-optimierten Klappensteuerungen auch Kunden wünsche erfüllt, ist ein Verweis auf deren Verantwortung und "Schuld" eher lächerlich.
Solange wir nicht mit Vernunft und  gefühlvoller rechter Gashand unterwegs sind, graben wir uns unser eigenes Grab. Eine Abstimmung mit den Füßen und somit der Kauf leiserer Motorräder kann viele der oberen Forderungen von vornherein ins Leere laufen lassen.
In der Beziehung bin ich aber Pessimist (Realist), das wird ohne gesetzliche Vorgaben nicht geschehen. 


Mittwoch, 24. Juni 2020

Die Abenteuer des kleinen Mannes

Meine Tiger 800 XCX wird zu 99,99% auf befestigten Straßen gefahren. Die 0,01% sind mal unbefestigte Straßenränder oder zufahrten zu Parkplätzen. 

Das liegt nicht daran, dass ich nicht ab und zu etwas Schotter unter die Räder nehmen möchte, nur ist das in Deutschland nicht so leicht möglich.

In Niedersachsen ist das befahren von unbefestigten Wegen nicht generell Verboten.
Für Waldwege und Forstwege regelt näheres das NWaldLG.

Gleiches gilt für Feldwege, für das es explizit kein Verbot in Niedersachsen gibt, defacto aber überall Schilder den normalen Verkehr ausschließen. 

Die Quintessenz frei nach Ortwin Preußler, das befahren ist entweder streng verboten, strengstens verboten oder aber allerstrengstens verboten!

Umso mehr freut man sich, wenn beim erfahren seiner Homezone, sich ein legaler Fahrweg durch ein Waldstück darbietet. Es ist eine ca. 5 km lange Schlaglochpiste mit leicht sandigen und einigen kleinen steinigen Passagen.

So kann auch ich auf legalen Wege den hauch des Abenteuer des kleinen Mannes erleben.


Hier ein kleiner Eindruck davon:




Montag, 11. Mai 2020

Ene mene meck, und wir sind aus Oldenburg weg ….



6 1/2 Jahre lebten Andrea und ich nun in Oldenburg (Oldg). Angekommen sind wir hier nie.
Wir empfanden Oldenburg auch nie als besonders lebens- und liebenswert. Aber eben solches liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Getreu dem Motto, kannst du nichts Gutes über etwas sagen, schweige dich lieber aus.

Wir sind für uns zu dem Schluss gekommen, dass wir inkompatibel sind. Die Prioritäten, welche wir an unsere Umgebung stellen waren hier halt nicht gegeben.

Die Arbeit ist halt nur ein Teilfaktor im Leben.

Die Niedersächsische Pampa in der nähe von Uelzen wird unsere neue Heimatstätte.
Es liegt somit quasi zwischen unsere alte Heimat Lüneburg und unseren Wunschgegend, dem Harz.

Nun hört man zukünftig am Morgen statt Stadtautobahn und Eisenbahnverkehr nur das infernalische Gebrüll der ortsansässigen Vögel. Ich denke, damit werden wir leben können.

In zwei Wochen ist es so weit.

In diesem Sinne ob Geocacher oder Motorradfahrer: bis bald im Wald, oder immer mit der gummierten Seite des Motorrades unten bleiben.

Sonntag, 26. Januar 2020

Helmkamera Garmin Virb Ultra 30

Nun habe ich die Kamera seit einem Monat und möchte meine ersten Erfahrungen teilen.
Bislang war ich mit der TOMTOM Bandit unterwegs. Die Kamera ist nicht schlecht, entsprach aber nicht mehr ganz dem was ich von einer Kamera erwartete. Gerade wenn man auch ein Snapshot aus einem Film macht, ist Full HD nicht mehr ganz optimal. Kurz gesagt, ein Luxusproblem!

Eine weitere Veränderung, die ich vorgenommen habe, auf dem neuen Helm wird die Kamera oben mittig angebracht. Das sieht jedoch sehr stark nach „Teletubbie“ aus. Ein Artikel aus der Zeitung Stiftung Warentest sowie ein Bericht über  Motorradschutzhelme haben mich aber zu der „Teletubbie-Variante“ veranlasst. Meine Frau brachte es kurz auf dem Punkt: ist eh egal, Kameras am Helm sehen Schei… aus. Nun ja, recht hat Sie.


Teletubbie


Beim Auspacken der Kamera macht diese bereits einen wertigen Eindruck. Klein und zierlich kommt sie her. Das ändert sich aber schnell, wenn die Kamera in das Schutzgehäuse kommt. Zu diesem Gehäuse werde zwei unterschiedliche Deckel mitgeliefert. Ein wasserdichtes und ein spritzwassergeschütztes. Für letzteres wird die Schutzklasse mit IPX7 angegeben. Das ist somit für die Verwendung mit dem Motorrad im Normalfall ausreichend. Bei dem wasserdichten Deckel sollen auch nicht mehr alle G-Metrix Daten aufgezeichnet werden (barometrische Höhe etc.). Das habe ich aber bislang nicht getestet. Sollte mal eine Flußdurchfahrt anstehen (was nicht in der derzeitigen Planung ist) werde ich den Deckel wechseln.

Es wird auch ein Trocknungsmittel mitgeliefert. Dies soll Kondenswasserbildung im Gehäuse unterbinden. Ob das notwendig ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der nächste Regen kommt bestimmt.

Sehr schön ist, dass ich nun keine separate Fernbedienung benötige. Mein Navi unterstütz die Virb mit dem ANT+ Standard und so kann ich dort die Aufnahme starten und stoppen. Ich bekomme dort auch gleich Rückmeldung ob aufgenommen wird oder nicht in Form von einem blinkenden Kamerasymbol.

Etwas überrascht und enttäuscht war ich bezüglich des Gewichts. Wiegt die kleine Virb Kamera allein 89 g, so summiert es sich mit Gehäuse auf satte 184 g. Die TomTom Bandit ist mit 194 g nur etwas schwerer.

Riesig die Kleine


Unterm Strich spielen beide in der gleichen „Gewichtsklasse“ da die Ausbaustufen bei der Virb je nach Verschraubungen auch noch Luft nach oben bietet.

Ein weiterer negativ Punkt bei der Virb ist die Akkuleistung. Man kann den Akku beim Entladen quasi zusehen und man spürt eine deutliche Erwärmung der Kamera. Die Virb scheint nicht automatisch zwischen Standby und Betriebsmodus zu wechseln. Nach einer Stunde eingeschaltet bei 5°C und aktiven GPS ging der Kamera der Strom aus. Aufgenommen hatte ich effektiv nur ca. 5 Minuten 2.7K bei 60 fps.

Eine Funktion welche zum Strom sparen dient ist unter „Drahtlos>Fernbedienung>Über Fernb. akt.“ zu finden. Damit lässt sich die Kamera mit der Fernbedienung aus dem Standby holen und starten. In den Standby geht die Kamera aber nur wenn sie ausgeschaltet wird. Hier ist die Einstellung unter „System>Aut. Ausschalten“ ganz nützlich. Mit der Einstellung geht die Kamera nach 5 Minuten ohne Benutzung aus, respektive Standby. Mit dem Navi lässt sich die Kamera nun wieder einschalten. Verliert aber damit auch die Verbindung zur Kamera. Erneutes suchen der Virb Kamera am Navi verbindet beide wieder. 

Komfortabel ist in der Tat etwas anderes und ich weiß nicht ob mir das so wirklich auf Dauer gefällt.
Mit zwei Ersatz Akkus, Ladegerät und Powerbank werde ich im Tankrucksack hoffentlich schneller laden können als sich der Akku in Benutzung entlädt.

Absolut positiv ist das Menü der Garmin. Sehr intuitiv zu bedienen und das kleine, aber ausreichende, Display ist selbst bei hellem Licht noch gut ablesbar. Selbst im Schutzgehäuse funktioniert das Touchscreen noch zufriedenstellend.


Display



Wesentlich besser als bei der TomTom Bandit sind die verfügbaren Softwarepakete. Sowohl die Android App als auch die PC Software sind gut zu bedienen und erfüllen ihren zweck. Mit der App/SW  lassen sich die G-Metrix Daten in den Film einfügen. Wer für solche Spielereien zu haben ist, wird seine wahre Freude haben.

Interessant ist auch, dass bei eingeschalteten GPS permanent die Daten aufgezeichnet werden. Bei TomTom Bandit waren diese nur aus den Filmen zu extrahieren. Dafür hielt dort der Akku aber auch mehr als doppelt so lange. 


Funktionen wie die Sprachsteuerung habe ich nicht getestet, da das beim Motorrad fahren eher unpraktikabel ist. Wer möchte schon "Ok, Garmin" sowie "Start Recording" und "Stop Recording" gegen den Fahrtwind brüllen.

Überzeugt haben mich auch die Bildqualität. Trotz tief stehender Sonne sind die aufnahmen recht gut geworden. Die Windgeräusche sind recht kräftig, wir hatten aber auch Sturmwarnung an jenem Tag. Seht hier selbst die Testaufnahme in HD der Virb im Januar 2020.





Donnerstag, 26. Dezember 2019

Was war, was ist und was sein könnte....

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende und es wird Zeit das Jahr Revue passieren zu lassen.

Kurzform: es war ziemlich durchwachsen.

Durch eine Gehirnblutung bei meinem Schwiegervater und einem glimpflich verlaufen Motorradunfall eines Freundes, wurde einem mal wieder die Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Mein Schwiegerdad wird sich mit einer rechtsseitigen Lähmung arrangieren müssen, was für alle Beteiligten eine starke Umstellung ist.

Mein Kumpel kam mit einem Schlüsselbeinbruch davon und ich konnte im Sommer bei gemeinsamen Motorradtouren in der Eifel an der Rekonvaleszenz mitwirken.
Geplant hatten wir eigentlich die Alpen mit der Assietta-Kammstraße. Nun freute man sich, überhaupt gemeinsam Motorrad zu fahren.

Meine Holde hat es gesundheitlich auch niedergeworfen. Nun weiß ich, man kann Gürtelrose auch im Auge bekommen.

Getreu dem Motto, hinfallen kann jeder, liegen bleiben ist sträflich, haben wir trotzdem Einiges geplant und unternommen.

Mit dem Motorrad nach Dänemark, Tour durch den Harz, Trial fahren bei einem Berliner Freund und nebenbei noch der größeren Tochter beim Beziehen der ersten eigenen vier Wände geholfen.
Auf den letzten Metern des Jahres noch mit Freunden im Harz umhergestiefelt und meine Holde hat sich ein neues gebrauchtes Motorrad gekauft. Eine XJ6 Diversion.

Insofern planen wir für das Jahr 2020 ein gemeinsames Tour Wochenende mit Freunden im Mai, Motorradtour nach Schottland, Auszug der jüngeren Tochter und Begleiten der größeren auf dem Weg zum Erwachsen werden.

Es bleibt somit spannend. Was wird, werden wir sehen. Denn "willst du Gott zum lachen bringen, plane deine Zukunft".

Donnerstag, 19. September 2019

Tourenplanung



Apps wie Calimoto oder Kurviger locken ebenso wie die klassischen Navi-Hersteller mit der Funktion "Kurvenreich" respektive "Adventure".
Sicheres Zeichen dafür, dass ich alt bin: Mich überzeugt das Meiste nicht. Weiteres Zeichen, meine persönliche Vorliebe ein Navi ans Moped zu hängen anstatt des Smartphones.



Um mein Problem mit der Funktion zu beschreiben, hier ein Beispiel:
Am Besten testet man etwas in bekannter Umgebung. Also wollte ich für meine Holde und mich eine kleine Nachmittagsrunde rund um Oldenburg fahren. Das Navi angeschmissen, kurvenreiche Rund-Tour ca. 200 km eingetippt und los geht es. 
Die Straßen, auf welches das Gerät uns gelotst hat, waren teilweise in einem sehr erbärmlichen Zustand und kaum als Straße zu bezeichnen. Kurvig waren die nicht und die einzigen Lenkausschläge kamen durch das Ausweichen der Schlaglöcher zustande.
Während ich auf meiner Sänfte vorweg schaukelte, hat meine bessere Hälfte auf ihrem Sporttourer schwer zu kämpfen gehabt. Mich beschlich außerdem das Gefühl, dass der Rechenalgorithmus leicht fehlerhaft ist, da die mir bekannte Kurvenstrecken in der Gegend scheinbar ausgespart worden sind.

Nun kann man argumentieren, was wohnen wir auch in Oldenburg. Ein Rechenalgorithmus kann aus einer langweiligen Straßensituation kein Kurvenparadies machen und wenn meine Frau unbedingt mit ihrer Honda CB-1 (NC27) fahren möchte, ist sie selber schuld.
Wir für unser Teil haben andere Rückschlüsse gezogen und Planen weiterhin "Oldschool":


Schritt 1. Landkarte

Ich mag Landkarten, dieses aus der Zeit gefallene Stück Papier. Ohne Karte im Tankrucksack fahre ich nicht los. Weniger, weil ich Angst habe, dass mir die Satelliten nicht hold sind. Sondern zum einen empfinde ich es haptisch und optisch einfach angenehmer. Zum anderen bekommt man einen besseren Überblick für Ausweichrouten, wenn man plötzlich von Baustellen und Straßenfesten in einer fremden Gegend umzingelt ist. Immer gut, wenn "nach Straßenschilder navigieren" als Plan B vorhanden ist.
Zur Planung nehme ich Karten am liebsten im Maßstab 1:200000. Das heißt 1 cm Karte sind 2 km im realen. 

Schritt 2 Überprüfen der geplanten Strecken in Google Earth

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, schaue ich mir die Gegend in Google Earth einmal kurz an, um grobe Schnitzer zu vermeiden. Etwas ungünstig, wenn eine Strecke total toll auf der Landkarte aussieht, aber mitten durch Industriegebiete führt.

Schritt 3 Planung der Route für das Navi am PC/Smartphone

Hier habe ich verschiedene getestet.Gerade weil ich bei TomTom 400/410 die Funktion Route umkehren nicht gefunden habe, war ich auf die Apps/Programme angewiesen.

MyDrive App bzw. Browser à Gruselig. Gerade das übertragen auf das TomTom 400. Wegpunkte verschwinden, Track/Route wird ohne Wegpunkte übertragen, was beim Abweichen der Route zum Teil haarsträubende Neuberechnungen zur Folge hat. Die kleine SD-Karte ist zur Übertragung sehr fummelig und auch die MyDrive-Synchronisation über den TomTom Server überzeugte mich nicht.

TyreToTravel à Kurzform: Das Programm ist tot.

Kurviger à keine Erfahrung

BaseCamp à IMHO nur richtig sinnvoll mit Garmin Gerät. Da überzeugt mich die Routenplanung in Verbindung mit Zümo 396 und derselben Karte sehr gut. Sehr leichte USB-Übertragung. Durch Offlinekarten auch Routenplanung ohne Internet möglich.
Große Stärke ist die Einbindung von OpenStreetMap-Karten in die Software (und auch Gerät!).


Schritt 4 Tour Fahren

In der Tat der schönste Teil davon.


Mittwoch, 7. August 2019

The best of "Warnweste"



ACHTUNG - Enthält viel Ironie mit Spott! - Zarte Gemüter bitte weiterblättern!



Ich trage eine Warnweste. Einen missionarischen Eifer diesbezüglich habe ich nicht, ob andere eine tragen, ist mir komplett egal.
Das Ding ist hässlich wie die Nacht und ich habe einen Grund, warum ich sie anziehe. Damit ist das Thema  für mich schon durch.
Leider gibt es Mitmenschen, die inquisitorisch mir beweisen möchten, wie blöd das ist, was ich da mache. Ungefragt wird mir ein Gespräch aufgezwungen. Sei es beim Mopedklamottendealer, Parkplatz etc. Ernsthaft, habt ihr keine Freunde?

Teilweise ist es jedoch so lustig, dass ich diese Erlebnisse nicht für mich allein behalten möchte.
Hier nun die besten "Argumente" und meine Gedanken dazu.


"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass es Pflicht wird eine zu benutzen"

Wir Warnwestenträger streben die Weltherrschaft an. Nun ist es raus. Was in Frankreich mit Protesten auf der Straße nicht geklappt hat, versuchen wir in Deutschland bei der starken Motorradfahrlobby durchzusetzen.
Irgendwann trägt jeder eine. Muuaaaahhhaha WELTHERRSCHAFT! - ist natürlich Blödsinn.
Was mich wirklich wundert,  dass die Leute, die Warnwestenpflicht befürchten, nicht mit Lendenschurz oder Bikini und Helm fahren. Für den Winter kann man natürlich den dicken Wollüberstülper oder den Pelzimitation-Schlüppi/BH nehmen. Sonst könnte Schutzkleidung ja auch vorgeschrieben werden. Man stelle sich vor, Gore-Tex / gelochtes Rennleder und Protektoren auf einer Harley.


"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass andere Warnwestenträger wie Bauarbeiter, Polizei etc. nicht mehr ernst genommen werden"

Deshalb gibt es schon seit Jahren die "Warnweste der Saison" für Bauarbeiter, Polizei etc. Damit signalisiert der Träger, es ist ihm Ernst, gesehen zu werden und er ist nicht so ein Poser mit Aufmerksamkeitsneurose wie wir, welche dann vom Gehirn ausgeblendet werden.
Die Leute, die das "Argument" vorbringen, haben scheinbar ein Problem mit ihrer Umwelt. Es sagt mehr über die Menschen aus, die das sagen als über die Träger der Warnweste. Für mich stellt es sich so da, die Menschen sehen ein PAL-Feld welches Douglas Adams ganz famose beschrieben hat.
In der Natur ist die Biene ebenso gefärbt wie eine Wespe oder Hornisse ohne dass wir denken, och das Tier sticht schon nicht, da es auch so aussieht. Wir nehmen definitiv alles gelb/schwarzes Insektenvolk gleich wahr.Warum also sollte es bei der Warnweste anders sein?


"Durch das Tragen einer Warnweste sorgen wir dafür, dass das Auge sich daran gewöhnt und somit nicht mehr wahrnehmbar ist"

Warnwesten als Tarnung, tolle Vorstellung. Panzer Leopard 2 in Warnwestencamouflage. Gefällt mir! Was sind die Biologen nur für Stümper und versuchen, Mimikry mit Ähnlichkeiten zu anderen z.B. giftigen Tieren als Gefahrenabwehr zu erklären. Falsch, es ist Tarnung und die Tiere sind quasi unsichtbar. Wer nun aber sein Chamäleon umlackieren oder einer Gottesanbeterin Hilfestellung bei der Tarnung mit einem leuchtenden Gelb geben möchte, sollte noch einmal in sich gehen und gepflegt Abstand davon nehmen.
Einen Gewöhnungseffekt gibt es in der Tat in der Natur. Beobachtet worden ist es bei jungen Gänsen. Je nachdem ob sie häufiger "kurze" Hälse oder mehr "längere" Hälse (Raubvögel oder andere Gewässervögel) am Himmel sehen, wird das seltenere als Gefahr assoziiert.

Insofern für diejenigen, die sich intellektuell auf der Evolutionsstufe einer jungen Gans (m/w/d) befinden, mag das Argument zutreffen. Für alle anderen gilt, dass seit Millionen von Jahren gelb eine Signal- und Warnfarbe ist.



Damit möchte ich es fast schon belassen. Wer also das Gefühl hat, zu wenig Gespräche zu führen oder etwas sehr schüchtern ist, dem kann ich eine Warnweste zur  Kontaktaufnahme nur wärmstens empfehlen. Man lernt Menschen kennen mit einem ausgeprägten Dunning-Kruger-Effekt. Aber habt Geduld mit euren Mitmenschen, sie wissen es nicht besser. Insofern ein gutes Beispiel für  Hanlon's Razor
"Never assume malice when stupidity will suffice / Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt"


Das blödeste zum Schluß:


"Bist du so gefährlich oder warum trägst du eine Warnweste?"


Na klar, es ist reine Selbstbeherrschung hier verbal keine Gewalt anzuwenden.





In diesem Sinne schöne Grüße von den gefährlichen Mopedfahrer*in Dr_Moeff und Rollsplittkalle