Apps wie Calimoto oder Kurviger locken ebenso wie die klassischen Navi-Hersteller mit der Funktion "Kurvenreich" respektive "Adventure".
Sicheres Zeichen dafür, dass ich alt bin: Mich überzeugt das Meiste nicht. Weiteres Zeichen, meine persönliche Vorliebe ein Navi ans Moped zu hängen anstatt des Smartphones.
Um mein Problem mit der Funktion zu beschreiben, hier ein Beispiel:
Am Besten testet man etwas in bekannter Umgebung. Also wollte ich für meine Holde und mich eine kleine Nachmittagsrunde rund um Oldenburg fahren. Das Navi angeschmissen, kurvenreiche Rund-Tour ca. 200 km eingetippt und los geht es.
Die Straßen, auf welches das Gerät uns gelotst hat, waren teilweise in einem sehr erbärmlichen Zustand und kaum als Straße zu bezeichnen. Kurvig waren die nicht und die einzigen Lenkausschläge kamen durch das Ausweichen der Schlaglöcher zustande.
Während ich auf meiner Sänfte vorweg schaukelte, hat meine bessere Hälfte auf ihrem Sporttourer schwer zu kämpfen gehabt. Mich beschlich außerdem das Gefühl, dass der Rechenalgorithmus leicht fehlerhaft ist, da die mir bekannte Kurvenstrecken in der Gegend scheinbar ausgespart worden sind.
Nun kann man argumentieren, was wohnen wir auch in Oldenburg. Ein Rechenalgorithmus kann aus einer langweiligen Straßensituation kein Kurvenparadies machen und wenn meine Frau unbedingt mit ihrer Honda CB-1 (NC27) fahren möchte, ist sie selber schuld.
Wir für unser Teil haben andere Rückschlüsse gezogen und Planen weiterhin "Oldschool":
Schritt 1. Landkarte
Ich mag Landkarten, dieses aus der Zeit gefallene Stück Papier. Ohne Karte im Tankrucksack fahre ich nicht los. Weniger, weil ich Angst habe, dass mir die Satelliten nicht hold sind. Sondern zum einen empfinde ich es haptisch und optisch einfach angenehmer. Zum anderen bekommt man einen besseren Überblick für Ausweichrouten, wenn man plötzlich von Baustellen und Straßenfesten in einer fremden Gegend umzingelt ist. Immer gut, wenn "nach Straßenschilder navigieren" als Plan B vorhanden ist.
Zur Planung nehme ich Karten am liebsten im Maßstab 1:200000. Das heißt 1 cm Karte sind 2 km im realen.
Schritt 2 Überprüfen der geplanten Strecken in Google Earth
Um keine bösen Überraschungen zu erleben, schaue ich mir die Gegend in Google Earth einmal kurz an, um grobe Schnitzer zu vermeiden. Etwas ungünstig, wenn eine Strecke total toll auf der Landkarte aussieht, aber mitten durch Industriegebiete führt.
Schritt 3 Planung der Route für das Navi am PC/Smartphone
Hier habe ich verschiedene getestet.Gerade weil ich bei TomTom 400/410 die Funktion Route umkehren nicht gefunden habe, war ich auf die Apps/Programme angewiesen.
MyDrive App bzw. Browser à Gruselig. Gerade das übertragen auf das TomTom 400. Wegpunkte verschwinden, Track/Route wird ohne Wegpunkte übertragen, was beim Abweichen der Route zum Teil haarsträubende Neuberechnungen zur Folge hat. Die kleine SD-Karte ist zur Übertragung sehr fummelig und auch die MyDrive-Synchronisation über den TomTom Server überzeugte mich nicht.
TyreToTravel à Kurzform: Das Programm ist tot.
Kurviger à keine Erfahrung
BaseCamp à IMHO nur richtig sinnvoll mit Garmin Gerät. Da überzeugt mich die Routenplanung in Verbindung mit Zümo 396 und derselben Karte sehr gut. Sehr leichte USB-Übertragung. Durch Offlinekarten auch Routenplanung ohne Internet möglich.
Große Stärke ist die Einbindung von OpenStreetMap-Karten in die Software (und auch Gerät!).
Schritt 4 Tour Fahren
In der Tat der schönste Teil davon.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen