Sonntag, 23. Dezember 2018
John Doe und der DB-Eater
Es gibt im Leben Momente da fühlt man sich im falschen Film.
Man denkt, es ist die fabelhafte Welt der Amélie und plötzlich kommen die sieben Zwerge vorbei marschiert.
In diesem Fall waren es drei Motorradfahrer, die meine bessere Hälfte und mich aus unseren heilen Traumwelt heraus rissen.
Wir waren gerade in den schottischen Granpian Mountains unterwegs, als ein Regenschauer und Kraftstoffmangel uns an einer Tankstelle anhalten ließ.
Nachdem der Hunger der Möffs gestillt war, frischten wir unserem Koffeeinspiegel auf und sinnierten mit innerer Zufriedenheit still vor uns hin, als besagte Motorradfahrer auftraten.
Es waren drei junge Männer, welche auf dem Rückweg ihrer Rundfahrt Richtung Fähre waren. Schnell kam man mit einem von Ihnen ins Gespräch. Dieser eine pulte verträumt vermeintlichen Sahara Staub aus seiner Enduro und erzählte uns von seiner Reise. Ein Anderer glänzte durch Unauffälligkeit. Wahrscheinlich wollte er sich nicht mit "Warnwestenträger" unterhalten bzw. noch schlimmer, gesehen werden wie er sich mit "Warnwestenträgern" unterhielt.
Dann gab es noch den dritten. Nennen wir Ihnen John Doe. John war damit beschäftigt, aufgeregt durch die Gegend zu laufen und in der Werkstatt einen Innensechskant aufzutreiben.
Warum er einen benötigte, machte er auch mit hektischer Betriebsamkeit kund. Er wollte seinen DB Eater aus dem Endschalldämpfer schrauben. Es ging wieder in die Zivilisation also möchte er auch angemessen durch die Cities rollen um wen auch immer zu beeindrucken.
Der schottische Service Mechaniker schaute auch etwas ratlos ob der Motivation, da aber jeder für sein Unglück selber zuständig ist, rückter er einen Inbus heraus.
Das allein war schon etwas scarry, getoppt wurde es aber durch das Motorrad selbst, welches John fuhr. Eine Honda NC 750.
Sicherlich ein praktisches Motorrad, zuverlässig, günstig, gutmütig, tolle Fahreigenschaften aber mit Verlaub so sexy wie Frottee Feinripp Unterwäsche mit Eingriff.
Diese Kleidung ist bestimmt auch überaus praktisch aber keiner würde auf die Idee kommen dort "Sexy Boy" drauf zu drucken oder Tigermusterapplikationen.
Es gibt viele Arten, sich zum Honk zu machen (z.B. Warnwesten tragen), aber das ist schon eine sehr schräge Art.
So staunten wir auch nicht schlecht als die Gang sich von der Tanke trollte mit einer, um die methapher weiter zu bemühen, nun laut knatterneden Feinripp-Unnerbüx
Nun standen wir ratlos dort:
Was hat sich wohl der schottische Serviceschrauber gedacht?
Warum tut man sowas?
Gibt es irgendjemanden, welcher/welche bei einer lauten NC 750 Verzückung verspürt?
Gibt es irgendjemanden, welcher/welche überhaupt bei lauten Mopeds ein Glühen im Höschen bekommt?
Fragen über Fragen .......
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